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0 Kommentare | Nov 27, 2009

Second Lifes zweites Leben

Lange totgeglaubte leben ja bekanntlich sehr sehr lange. So auch Second Life, die virtuellen 3D-Welt mit seiner nicht mehr ganz unerheblichen “Mikro”-Ökonomie von 1 Mrd. US$ Umsatz seiner Mitglieder auf bzw. in der Plattform.

In Marketing-Kreisen wurde Second Life in den vergangenen Jahren in alle Höhen gelobt, um dann aber vor allem getrieben durch polarisierende Artikel in der Fachpresse rasant abstürzen zu lassen. Doch während insbesondere im deutschsprachigen Raum Second Life für regelrecht Tod erklärt worden war, ging die Entwicklung auf der Plattform selbst rasant weiter. Das britische Beratungsunternehmen KZERO berichtet, dass die Mitgliederzahlen von Second Life im zweiten Quartal 2009 um ganze 39% auf nun an die 579 Millionen Mitglieder gestiegen sind.

Second Life Residents, wie die virtuellen Bewohner auch genannt werden, haben auf der Plattform in einer an die echte Wirtschaft angekoppelten virtuellen Ökonomie mehr als 1 Milliarde US$ bei über 1 Milliarde Nutzungsstunden umgesetzt.

Pressekonferenz von Dell in Second Life

Pressekonferenz von Dell in Second Life

Wir werden sehr häufig gefragt, was diese Menschen denn online auf Second Life so alles machen und woher sie die ganze Zeit nehmen. Nun, dazu ist zu sagen, dass Second Life insbesondere im deutschen Sprachraum bis heute unserer Meinung nach falsch verstanden wird. Es ist mit Second Life so ein wenig wie mit den Simpsons. Nur weil es eine Comic-Serie ist, muss sie noch lange nicht für Kinder sein. So auch in Second Life: ein äußerst wichtiger Bereich, insbesondere für den geschäftlichen Einsatz von Second Life, sind virtuelle Meetings. Denn durch die einfach zu programmierende 3D-Welt sind Unternehmen in der Lage, ihre Reisekosten für Schulungen und Meetings massiv zu reduzieren, in dem sie ihre Mitarbeiter virtuell konferieren lassen. (Siehe hierzu auch den Artikel “Dell means business in Second Life” von Neville Hobson.)

Neben dem reinen Business-Einsatz, beispielsweise für Meetings, Pressekonferenzen und 3D-Produktpräsentationen verbringen viele Menschen jedoch auch ein Teil ihrer Freizeit in Second Life, in dem sie Konzerte besuchen, Freunde treffen, virtuelle Güter erstellen, verkaufen und kaufen, oder aber auch Fremdsprachen erlernen! Ein typischer Aufenthalt in Second Life dauert dabei bis zu 100 Minuten pro Besuch.

Doch warum scheint Second Life – insbesondere hierzulande – ein derartiger “Flop” für das Marketing zu sein? Die Antwort ist leicht zu geben. Zu Beginn des Second-Life-Hypes dachten viele Unternehmen, sie müssen auch mit von der Partie sein. Waren doch Unternehmen wie IBM, Dell, Coca-Cola schon längst online in Second Life. Man sah die wirklich hohen Benutzerzahlen sowie die Online-Zeit, die diese in Second Life verbrachten und man dachte: prima, da müssen wir auch sein, damit man uns dort findet!

Falsch gedacht. Second Life ist sozusagen unendlich groß. Die Chance, als Unternehmen direkt in Second Life gefunden zu werden, ist verschwindend gering. Aktuellen Berechnungen zugrunde umfasst Second Life in etwa eine Fläche von 2 Milliarden Quadratmetern! Genau wie im regulären Internet muss man sich also schon ein wenig mehr anstrengen. Der reine Verdacht: “wir gehen da jetzt mal rein und dann kommen die Millionen an Nutzern schon bei uns vorbei” ist also fast schon sträflich dumm. Doch genau das ist hierzulande passiert, las man die “Flopmeldungen” über Second Life in der Presse.

Damit ein Unternehmen auch aus Second Life Vorteile zeihen kann, ist eine Kopplung an das reguläre Internet sowie vor allem aber auch eine Nutzung von bestehenden Kommunikationsmaßnahmen unbedingt erforderlich.

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Virtueller Showroom

Geradezu vorbildlich ist Sony Ericssons Engagement in der virtuellen Welt. Eintritt findet man über eine eigene Website, vor allem werden aber Kunden des Unternehmens via Newsletter in regelmäßigen Abständen zu Parties und Veranstaltungen online eingeladen. Gleichzeitig dient die Second Life Präsenz als virtueller Showroom und Veranstaltungsort für virtuelle Pressekonferenzen. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.sonyericsson-secondlife.com

Second Life ist also bei weitem nicht gestorben. Auch muss man beachten, dass Second Life von Anfang an umfangreiche Programmierschnittstellen in und aus der virtuellen Welt heraus angeboten hat. Eine Kombination mit Social Media Tools (Facebook, Twitter, etc.) sind also technologisch gesehen kein Problem. Somit kann das beste aus beiden Welten für erfolgreiche Marketing-Aktionen heute erfolgsbringend vermischt werden.

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